Bakterien & Viren

diverse children learning biology on whiteboard

Exkurs zur Antibiotika-Serie

Zur Zeit hören wir kaum etwas anderes – das Covid 19 Virus hat unser Leben stark verändert. Die ganze Welt ist auf der Suche nach einem geeigneten Heilmittel bzw. einer passenden Impfung. Denn das Virus mutiert und damit wird vermutlich bald ein angepasster Impfstoff benötigt. Nun aber zurück zum grundlegenden Thema: Der Unterschied zwischen Bakterien & Viren und warum Antibiotika das Covid Virus nicht bändigen können.

Wie sind Bakterien und Viren aufgebaut?


Bakterien enthalten Murein in ihrer Zellwand. Ist es zu etwa 50% enthalten, so nennt man die Bakterien grampositiv. Bei einem Mureinanteil von ca. 5% – 10% spricht man von gramnegativen Bakterien. Das kommt daher, dass sich das Murin beim Anfärben der kleinen Lebewesen verfärbt und so die Zellen sichtbar macht.

Dann findet man bei einigen Bakterien noch eine schützende Kapsel, sowie Geißeln bzw. Flagellen. Diese zusätzlichen Anhänge dienen den Bazillen der Bewegung. Im Zytoplasma der Zelle schwimmen weiterhin Ribosomen (die Kraftwerke der Zelle), Plasmide (damit kommunizieren sie), Depotstoffe und eine ringförmige DNA.

Da haben wir schon die Gemeinsamkeit zu den Viren. Auch sie besitzen eine DNA/RNA. Hier befindet sich das Genmaterial geschützt in der Proteinhülle. Das wars dann aber auch schon. Viren haben nämlich keinen eigenen Stoffwechsel. Somit werden sie auch nicht zu den Lebewesen gezählt.

Die Vermehrung der Viren erfolgt über Wirtszellen. Fangen wir uns einen Virus ein, z.B. einen Grippevirus, dann wird sofort eine Wirtszelle aufgesucht und das Genmaterial übertragen. Die Wirtszelle produziert nun so viele Viren, bis ihre Zellwand nachgibt und platzt. Sofort befallen die neu gebildeten Viren neue Wirtszellen.

Bakterien vermehren sich hingegen durch Zellteilung. Sie replizieren selber ihre DNA und teilen dann die Zelle. Sie können also eigenständig leben und sind damit Lebwesen.

Wie kann man nun pathogene (=krankmachende) Bakterien und Viren bekämpfen?

Um die Viren kümmert sich in den meisten Fällen unser Immunsystem. Jeder kennt es, die klassische Erkältung alias „drei Tage kommt sie, drei Tage bleibt sie, drei Tage geht sie“. Eine Erkältung wird durch Viren verursacht. Haben wir uns welche eingefangen, dann merken wir durch die typischen Symptome erst nach ein paar Tagen, dass sich die Viren ausreichend vermehrt haben. Doch sobald unser Körper, genauer gesagt das Immunsystem, die Viren entdeckt hat wird alles auf Alarm gestellt und die Eindringlinge werden bekämpft. Wenn alles glatt läuft, ist man eine Erkältung in ein paar Tagen wieder los.

Wie wir durch Corona mitbekommen haben, kann ein Virus aber auch schwerwiegende Folgen für den Menschen haben, oder sogar zum Tod führen. So war es beispielsweise auch damals bei der Spanischen Grippe, die viele Menschenleben forderte. Schützen können wir uns unter anderem mit einer Impfung. Dann ist der Körper schon mal mit dem Virus vertraut und kann Antikörper herstellen. Sobald das entprechende Virus dann auftaucht, wird es auf der Stelle vom Immunsystem erkannt und bekämpft.

Bei Bakterien ist es anders, dafür gibt es keine Impfung. Dabei muss man auch bedenken, dass nicht alle Bakterien pathogen sind. Unser ganzer Körper ist von Bakterien besiedelt, ganz besonders viele befinden sich in unserem Darm (ca. 2 kg Bakrterien). Diese unterstützen uns beim Verdauen und haben sogar einen Einfluss auf unsere Psyche. Diese Situation erschwert es, die pathogenen Bakterien gezielt zu beseitigen. Ein bekanntes Mittel, um bakteriellen Infektionen vorzubeugen, sind chemische Stoffe wie Alkohol in Desinfektionsmitteln, oder Chlor in Chlorreinigern. Das können wir selbstverständlich nicht unbeschadet trinken. Für pathogene Bazillen im Körperinneren ist ein geeignetes Antibiotikum das Mittel der Wahl.

Welche Antibiotika es gibt und bei welchem Bakterienbefall sie eingesetzt werden entscheidet immer der Arzt. Für mehr Hintergrundwissen bei der Abgabe dieser Arzneimittel am HV und was man dabei zu beachten hat, erfährst du in der Antibiotika-Serie.

https://ptaontop.com/2021/06/02/antibiotika/

Quellen:

URL:https://www.infektionsschutz.de/infektionskrankheiten/erregerarten/viren.html
(Stand: 09.06.2021)

URL:https://www.infektionsschutz.de/infektionskrankheiten/erregerarten/bakterien.html
(Stand: 09.06.2021)

URL: https://www.spektrum.de/news/wie-der-darm-die-psyche-beeinflusst/1691794

Unterrichtsmaterial von Elena Schmidt

Bildquelle:
URL: https://www.stiftung-gesundheitswissen.de/sites/default/files/styles/fullwidth/public/contentimages/2020_04_14_unterschied_bakterien_viren_v2.png,qitok=xux-F6F2.pagespeed.ce.VFAdWQ63tN.png

Antibiotika

Geschichte

Als Entdecker des Antibiotikums Penicillin, das aus einem Schimmelpilz gewonnen wird, gilt Alexander Fleming. Er suchte nach einem Heilmittel für die verwundeten Soldaten des
1. Weltkrieges. Allerdings konnte das Penicillin erst 1942 am Menschen eingesetzt werden, denn es war zunächst schwierig den Wirkstoff zu isolieren und in ausreichender Menge herzustellen.
Heute kennen wir viele weitere Antibiotika-Gruppen für die unterschiedlichsten Krankheiten, die von Bakterien verursacht werden. Doch der Einsatz wird auch kritisiert, da Antibiotika leider noch zu häufig verordnet werden, nicht nur beim Menschen. Das kann zu resistenten Erregern führen und vermindert die Heilungschancen. Folglich ist der richtige Umgang mit Antibiotika und deren Handhabung sehr wichtig.

Foto von Anna Shvents von Pexels
Einsatz: Zur Bekämpfung pathogener (=krankmachender) Bakterien.

 

Einteilung nach Art der Wirkung

Bakterizid
= Tötet Bakterien ab
Antibiotika, die bakterizid wirken beeinflussen die Bildung der Zellwand oder die Permeabilität der Zellmembran.

→ So entstehen Löcher in der Zellwand der Bakterien. Daraufhin platzen sie und sterben ab.

Bsp.: Penicillin

Bakteriostatisch
= Hemmen die Vermehrung der Bakterien, töten sie aber nicht ab.
(Greifen in die Proteinbiosynthese ein.)

Voraussetzung für den Einsatz der bakteriostatisch wirksamen Antibiotika ist ein intaktes Immunsystem, da der Körper selbst den Erre-ger bekämpfen muss.

Bsp.: Doxycyclin

Einteilung nach dem Umfang der Wirksamkeit

Schmalspektrum-Antibiotika
=
wirken nur gegen wenige grampositive ODER gramnegative Bakte-rien-Arten.

Bsp.: Penicillin wirkt nur gegen grampositive Bakterien.
Das hat folglich den Nachteil, dass der Errger vor der Therapie erst ermittelt werden muss.

Breitband-Antibiotika
=
wirken sowohl gegen grampositive, gramnegative, als auch gegen zellwandlose Bakterien-Arten.

Bsp.: Doxycyclin wirkt bakteriostatisch gegen die eben genannten Bakterien-Arten. Das hat folglich den Nachteil, dass ggf. auch nütz-liche Bakterien des Darms in Mitleidenschaft gezogen werden kön-nen. Zudem besteht bei den Breitbandantibiotika eine erhöhte Ge-fahr der Resistenzbildung.

Wann es nichts nützt: Bei Erkrankungen, die durch Viren ausgelöst werden.

Mittel der Wahl bei Schwangerschaft oder Stillzeit:
Penicilline, Cephalosporine, Makrolide

Allgemeine UAW/Interaktionen durch Antibiotika:
– Gefahr der Resistenzbildung.
– Beeinträchtigung der Darmflora→ antibiotikaassoziierte Kolitis/ Diarrhoe.
– Bei Frauen manchmal Scheidenpilz.
– Manche Antibiotikagruppen können die Wirksamkeit hormoneller Kontrazeptiver (z.B. die Pille) herabsetzen.

Wie werden Antibiotika eingenommen?
Unterschiedlich, je nach Präparat und Verordnung des Arztes, abgestimmt auf den Patienten und die Infektion. Wichtig ist allerdings, dass der Einnahmeabstand genau eingehalten wird.

1 x täglich = alle 24 Stunden (z.B. Jeden Morgen um 8 Uhr)
2 x täglich = alle 12 Stunden (z.B. Jeden Morgen um 8 Uhr und abends um 20 Uhr)
3 x täglich = alle 8 Stunden (z.B. Jeden Morgen um 6 Uhr, mittags um 14 Uhr, abends um 22 Uhr)

Beratungshinweise:

  • „Nehmen Sie das Antibiotikum/die Tablette/Kapsel mit einem großen Glas Wasser ein, vor/zu/nach/mit Abstand zu einer Mahlzeit ein.“
  • „Die Wirksamkeit der Pille kann durch die Antibiotikaeinahme herabgesetzt sein. Bei Geschlechtsverkehr sollte also zusätzlich mit einer Barrieremethode, bzw. einem Kondom verhütet werden.“
  • „Es ist ratsam schon neben der Antibiotika Therapie die Darmflora zu unterstützen, spätestens nach der Therapie. Dafür eignen sich Darmbakterien/Probiotika/Präbiotika, wie in diesem FAM.“

Quellen:
URL: https://www.welt.de/politik/deutschland/article133728804/Deutschlands-Aerzte-verschreiben-zu-oft-Antibiotika.html (Stand 29.05.2021)
URL: https://www.amboss.com/de/wissen/Antibiotika_-_%C3%9Cbersicht (Stand 29.05.2021)
URL: https://www.chemie-schule.de/KnowHow/Antibiotika (Stand 30.05.2021)
URL: https://www.thieme.de/viostatics/dokumente/vio-2/final/de/dokumente/klinik/uebersicht-antibiotika.pdf (Stand 30.05.2021)
Literatur:
Mutschler Arzneimittelwirkungen. Lehrbuch der Pharmakologie, der klinischen Pharmakologie und Toxikologie. 10. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart. Ernst Mutschler, Frankfurt/Main. Gerd Geisslinger, Frankfurt/Main. Heyo K. Kroemer, Göttingen. Sabine Menzel, Bad Soden. Peter Ruth, Tübingen.
Unterrichtsmitschriften von Elena Schmidt und Sabine Neun

Johanniskraut

Echtes Johanniskraut
Latein: Hypericum perforatum
Droge: Hypericum herba

Botanik:
Es gibt über 400 Arten weltweit.
Blütezeit Juni – September. Die Pflanze ist ca 60cm groß. Die Blätter des Johanniskrauts sehen länglich und leicht oval aus und sie sind gegenständig angeordnet. Öldrüsen mit roten Hypericin. Blätter haben schwarze Tüpfel, die Öldrüsen enthalten das „Rotöl“.

Inhaltsstoffe: Hyperforin, Hypericin, Flavonoide.

Verwendung : Hyperforin hilft gegen Neurodermitis. Hypericin hemmt Entzündungen und fördert die Wundheilung. Johanniskraut kann gegen leichte Depressionen helfen.

Wirkmechanismus bei Depressionen: Die Wirkstoffe sorgen dafür, dass Neurotransmitter wie Serotonin, Dopamin, Noradrenalin länger im synaptischen Spalt bleiben und somit nicht gleich von der Nervenzelle aufgenommen werden.

Wechselwirkungen: Es darf nicht mit anderen Antidepressiva kombiniert werden : Serotoninsyndrom.
Nicht mit oralen Kontrazeptiva, Arzneimittel die gegen HIV/AIDS helfen oder welche, die das Blut verdünnen (zum Beispiel Phenprocoumon), für bestimmte Krebsmittel, Medikamente gegen Herz-Kreislauf-Krankheiten, denn deren Wirkung wird abgeschwächt. Stillende, Schwangere sowie Jugendliche und Kinder sollten auf Johanniskraut verzichten.

Wichtige Beratungshinweise:
Achtung: Das Hypericin macht die Haut lichtempfindlicher : Verbrennungsgefahr !!!! Lösung: Sonnbaden vermeiden, oder Sunblocker. Erst nach 2 Wochen stellt sich ein positiver Effekt ein.

Geschichte: Es ist das Kraut der Sonnenwende (21 Juni), es verdrängt den Schatten und spendet der Seele Licht.

Johanniskrautöl selber machen:

Zutaten:

Johanniskrautblüten, Johanniskrautknospen und natives Olivenöl. Alles schön klein schneiden (Achtung eure Finger werden rot 😀) in ein Schraubglas geben und mit Olivenöl übergießen. Den Ölauszug im Halbschatten etwa einen Monat lang ausziehen lassen. Dann abseihen (zb. Kaffefilter) und in eine dunkle Flasche füllen. Es hilft bei Muskelverspannungen, Narben und unreiner Haut.

Viel Spaß mit dem Rezept und sammelt fleißig für euer Herbarium!

Eure Phytohexe

Quellen: Die Naturapotheke und Unterrichtsmaterialen der Dr. Von Morgenstern Schulen

P.S.: Wir sind keine Ärztinnen, bitte bei Symptomen einer Depression wendet euch an fachliches Personal 🙂

Komplexometrie

Kationischer Komplex

Das Kation steht in der Klammer, daher Kationischer Komplex

Di-ammin Silber (|) chlorid

Zentralteilchen : Immer ein Metallion, ist immer positiv geladen, steht immer in der eckigen Klammer.

Ligand: Atom, Molekül, Ion mit mindestens einem freien Elektronenpaar. Hier in unseren Beispiel Stickstoff, steht in der 5 Hauptgruppe und hat somit 5 Bindungspartner.

Koordinationszahl: Anzahl der Liganden

So sieht der Komplex aufgemalt aus.
Reihenfolge zur Bestimmung von kationischen Komplexen:

Anzahl der Liganden : di

Ligand: ammin

Zentralteilchen (Deutsch) : Silber

Oxidationszahl: |

Anion (Latein) : chlorid

Di-ammin Silber (|) chlorid

Auf der nächsten Seite geht es weiter 🙂

Hormone kurz erklärt mit Herrn Apothker und der Phytohexe

Was sind Hormone?

Der Organismus kann die Körperzellen auf zwei verschiedene Arten koordinieren.

Auf der einen Seite steht ihm das Nervensystem, auf der anderen Seite das hormonolle System zur Verfügung.

Das Nervensystem kann Informationen schnell weiterleiten, das kann man sich als Glasfaserleitung vorstellen. Hier wird die Information durch chemische Reaktionen über Leitungen, den Neuotransmittern übertragen.

Das hormonelle (endokrine) System wiederum kann mit einem „drahtlosen“ Kommunikationssystem verglichen werden z.B.: der Übertragung über Radiowellen.

Die Informationen werden hier über chemische Strukturen von Signalsubstanzen an die Körperzelle übertragen. Das hormonelle System bedient sich dabei den Informationsträgern, die man als Hormone bezeichnet, diese sind für eine längere andauernde und globale Steuerung von Zellfunktionen zuständig. Ein zu viel oder zu wenig an Hormonen führt zu Krankheiten.

Sind Horomone der „Chef“ des Körpers?

Hormone wirken sehr vielfältig im Körper, werden durch unterschiedliche Organe gebildet und wirken ebenso an verschiedenen Strukturen und Organen im Körper.

Sowohl Unter- als auch Überproduktionen von Hormonen führen zu vielen Erkrankungen, das den Stellwert des Hormonkreislaufs verdeutlicht.

Der weibliche Zyklus

Dauer: ca 28 Tage

Desquamationsphase (Mestruationsphase) 1.-4. Zyklustag:

  • Regelblutung
  • Abbau der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium)

Proliferationsphase 5.-14.Zyklustag (Follikelphase):

  • Regenerationsphase der Endometrium durch Östrogen
  • Öffnung des Gebärmutterhalses
  • Verflüssigung des Zervixschleims
  • Wachstum des Follikels (Eibläschen) durch das Luteinisierende Hormon
  • LH Peak löst am 14.Tag den Eisprung aus (Ovulation)
  • Keine Befruchtung innerhalb 24 Stunden -> Absterben der Eizelle (LH niedrig)
  • FSH, LH, Östrogen hoch

Lutealphase 15.-28 Zyklustag (Sekretionsphase):

  • Gelbkörper (Corpus luteum) entsteht aus dem Follikel -> Produktion Progesteron
  • Umbau der Gebärmutter sodass sich eine Eizelle einnisten kann
  • Durchblutung der gebärmutterschleimhaut wird verstärkt
  • Gebärmutterhals verengt sich und Zervixschleim wird fester
  • Körpertemperatur Erhöhung um 0,5 Grad
  • Ende der Sekretionsphase Rückbildung des Gelbkörpers und Abfall Progesteron, wenn sich keine befruchtete Eizelle eingenistet hat. Dann erfolgt die Menstruation.

Hormone die beim weiblichen Zyklus eine Rolle spielen

Gestagene:

  • Gelbkörperhormone
  • Im weiblichen Körper Progesteron
  • Wird in den Eierstöcken im sogenannten Gelbkörper produziert
  • Bereitet die Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung der befruchteten Eizelle vor
  • Nach dem Eisprung ist die Progesteron Konzentration hoch
  • Erhöhung der Körpertemperatur um ca. 0,5 Grad
  • Abfall Progesteron -> Mestruationsblutung

Östrogene (=Estrogene)

  • Östradiol
  • Wird in den Eierstöcken und Plazenta sowie Nebenniere gebildet
  • In der Pubertät verantwortlich für die Entwicklung der weiblichen Geschlechtsmerkmale
  • Anregung von FSH, von der Hypophyse gesteuert (Hirnanhangsdrüse->im Vorderlappen)
  • Sorget das Follikel anreift
  • Zervix-Schleim Verflüssiger
  • Erhöhung des HDL

FSH:

  • Follikelstimullierende Hormon
  • Auch Lutropin
  • Ausschüttung von der Hypophyse
  • In der zweiten Hälfte des Menstruationszyklus
  • Zuständig für Follikelreifung

LH

  • Luteinisierende Hormon
  • Leuteotroptin
  • Ausschüttung von der Hypophyse
  • 1 Hälfte des Menstruationszyklus
  • Ovulation (Eisprung) Auslösung am 14. Tag
  • Fördert Entwicklung des Gelbkörpers
  • Unterstützt Östrogenbildung

Und noch ein paar Hormone

NameBildungsortWirkung
ACTH (adrenocorticotropes Hormon, Kortikotropin)Hypophysenvorderlappenregt die Nebennierenrinde zur Ausschüttung von Glukokortikoiden (wie Cortisol) an
ADH, antidiuretische Hormon, PeptidhormonHypophysenhinterlappenfördert die Rückresorption von Wasser in den Nieren und erhöht den Blutdruck
AdrenalinNebennierenmarkerhöht den Blutdruck, fördert den Abbau von Glykogen (Speicherform der Kohlenhydrate) und erhöht damit den Blutzucker (Hyperglykämie)
AldosteronNebennierenrindebremst die Flüssigkeitsausscheidung über die Nieren und erhöht so den Blutdruck
AndrogeneHoden (und Nebennierenrinde)u.a. wichtig für die Entwicklung der männlichen Geschlechtsmerkmale und die Spermienproduktion
GlukagonLangerhans-Inseln in der Bauchspeicheldrüseerhöht den Blutzuckerspiegel
InsulinLangerhans-Inseln in der Bauchspeicheldrüsesenkt den Blutzuckerspiegel
KortisolNebennierenrindeu.a. erhöht es den Blutzucker und Blutdruck, fördert den Abbau von gespeicherten Fetten und Eiweißen, wirkt entzündungshemmend
MelatoninEpiphyse (Zirbeldrüse)steuert den Tag-Nacht-Rhythmus
NoradrenalinNebennierenmarkverengt die Gefäße und erhöht so den Blutdruck, steigert die Herzdurchblutung
Oxytocin  HypophysenhinterlappenKuschel und Bindungshormon
T3 und T4Schilddrüsesteigern die Herzarbeit, die Körpertemperatur, den Abbau von Fetten und Glykogen (Speicherform der Kohlenhydrate), fördern das Wachstum und die Hirnreifung
TSH ThyrotropinHypophysenvorderlappenfördert das Wachstum der Schilddrüse und die Produktion der Schilddrüsenhormone T3 und T4

Wir hoffen, Euch hat dieser Beitrag gefallen.

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Eurer Herr Apotheker und Eure Phytohexe

Der echte Salbei

Botanischer Name: Salvia officinalis

Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)

Blütezeit: Mai bis Juli

Merkmale: 70 cm hoher Halbstrauch, die Blätter sind länglich eiförmig, relativ dick, grünlich, dicht behaart und unterseits weiß filzig beharrt, die Blattspreite ist länglich.                                                               

Die Krone ist bis 35 mm, blauviolett, rosa, oder weißlich.
Der Geschmack ist stark würzig, bitter und adstringierend.

Hauptinhalsstoffe: 2,5% ätherisches Öl (Thujon, 1,8-Cineol und Kampfer), Lamiaceengerbstoffe (u.a. Rosmarinsäure) und Flavonoide.

Wirkung: Krampflösend, schweißhemmend, antibakteriell, antiviral, entzündungshemmend, adstringierend (=zusammenziehend), antioxidativ und schwach blutzuckersenkend.

Indikation: Äußerlich: Antiphlogistikum bei Entzündung Mund und Rachenraum, Fieberbläschen und Gingivitis (Zahnfleischentzündungen).                                                                               

Innerlich: Als Antihydrotikum, bei dyspeptischen Beschwerden wie leichten Magen- und Darmkrämpfen.

Arzneilich verwendete Pflanzenteile: Getrocknete Blätter (Salviae folium oder Salviae trilobae folium),
im Europäischen Arzneibuch: Salbeitinktur (Salviae tinctura),
im DAC: Dalmatinisches Salbeiöl (Salviae officinalis aetheroleum).

Volksmedizin / Homöopathie: Milchsekretionhemmend beim Abstillen, aufgrund östrogenhaltiger Verbindungen. Galaktorrhoe (Milchausfluss ohne Stillzeit / Schwangerschaft)

Kontraindikationen: Überempfindlichkeit, Epileptiker, Asthmatiker (bei ätherischen Ölen), Kleinkinder (Achtung: Kehlkopfkrampf durch ätherisches Öl), Schwangere und Stillende.

Wechselwirkungen: Arzneimittel-Wechselwirkungen sind mit Antiepileptika und Wirkstoffen möglich, welche mit GABA interagieren.

Nebenwirkungen: Bei längerer Anwendung ethanolischer Salbeiextrakte oder des ätherischen Öls und bei Überdosierung können Hitzegefühl, Herzrhythmusstörungen und Krämpfe auftreten aufgrund von Thujon. Höchstens 2 Wochen einnehmen.

Einnahme Tagesdosis: 4 – 6 g Droge; 0,1 bis 0,3 g ätherisches Öl; 2,5 – 7,5 g Tinktur.

Fertigarzneimittel: Cevitt Hals & Rachen Lutschtabletten Salbei, Nosweat® Kapseln, Salbei Curarina® Tropfen, Sweatosan®

Gamma-Aminobuttersäure (GABA) ist ein wichtiger Neurotransmitter im zentralen Nervensystem (ZNS)

Funfact: Echter Absinth enthält Thujon

                Quellen: Wichtel Auflage 4, Pharma-Wiki Stand 3.8.2020, DHU Ausgabe 05.2014, Pta Forum 23.09.2020,  Ommeda.de 05.04.2018, Bild , wikipedia.de Gartenvielfalt.de

IUPAC-Nomenklatur – Alkane

In der organischen Chemie dreht sich gefühlt alles um die richtige Benennung. Wie euch das gelingt, lernt ihr jetzt !

Sprechen wir doch zuerst über International Union of Pure and Applied Chemistry, kurz: IUPAC. Übersetzt ist sie die Internationale Union für reine und angewandte Chemie. Der Sinn dieser Organisation liegt darin, dass sie weltweit eine einheitliche Bezeichnung gleicher Informationen liefert z.B. der Strukturformel. IUPAC sei dank! Das bedeutet nämlich, wenn jeder auf der Welt die Nomenklatur nach IUPAC anwendet, es keine Missverständnisse bezüglich der Benennung von Stoffen geben kann. Und die Regeln nach IUPAC anzuwenden ist auch überhaupt nicht schwer!

Doch alles braucht einen Anfang. Daher beginnen wir auch ganz klassisch mit den Alkanen. Die Organik ist sozusagen die Chemie der Kohlen-Wasserstoff-Verbindungen. Und Alkane sind die einfachste Form dieser Kohlen-Wasserstoff-Verbindungen.

Ein Kohlenstoff Atom kann bis zu 4 Bindungspartner haben. Betrachten wir das einfachste Alkan, das Methan: Das Methan besteht aus einem C-Atom und 4 Wasserstoff-Atomen.

Methan

Jetzt wird unser Molekül um ein C-Atom größer. Die C-Atome ordnen sich in einer Kette aneinander an. Deshalb haben wir auch oft Bezeichnungen von Kohlen-Wasserstoff-Ketten. Nun hat jedes C-Atom 3 Wasserstoffe und 1 Kohlenstoff-Atom als Bindungspartner.

Ethan

Da diese Art der Anordnung für Alkane üblich ist, also immer C-Atom an C-Atom, lässt sich eine allgemeine Summenformel erstellen:  CnH2n+2
n steht in diesem Fall für die Anzahl der C-Atome.

Die Namen der einzelnen Alkane müssen allerdings auswendig gelernt werden:
Methan, Ethan, Propan, Butan, Pentan, Hexan, Heptan, Octan, Nonan, Decan, …..
( immer ein C-Atom mehr –> )

Alkane haben übrigens immer die Endung: -an.

Das Auswendiglernen ist tatsächlich das Schwierigste an der ganzen Sache! Aber dann muss man nur noch zählen können:

Wir machen mal alles an einem Beispiel:

Zuerst müssen wir die Hauptkette bestimmen.

Dazu gibt es zwei Regeln zu beachten:
1. Wir nehmen immer die längste Kette.

Wie ihr vielleicht gemerkt habt, haben wir jetzt 2 (bzw. 3) Möglichkeiten, die längste Kette zu bestimmen. Auf jeden Fall ist es aber ein Hexan!
Hier kommt die zweite Regel ins Spiel!

2. Bei mehreren Möglichkeiten, wird die Kette mit den meisten Verzweigungen/Resten genommen.

In unserem Fall ist es nun die orangene Kette geworden, da wir hier 3 Verzweigungen finden. Bei der rosanen Kette wären es nur 2 Verzweigungen gewesen.

Seitenketten benennen

Die orange eingekreisten Seitenketten müssen nun benannt werden. Auch die Anzahl der verschiedenen Ketten ist entscheidend, da wir hier eine Vorsilbe einsetzten müssen. Es wird alphabetisch geordnet!

Dazu eine kleine Tabelle mit den Bezeichnungen :

Nun müssen wir in jeder Seitenkette die C-Atome zählen. Genau wie bei der Bestimmung der Hauptkette.

Aus der Tabelle können wir entnehmen, dass wir zwei Methan-Reste und einen Ethan-Rest haben.
–> 2 = Di-

Demnach haben wir nun ein Ethyl-Dimethyl-Hexan !

Mono- wird in der Regel weggelassen.
Und nicht bei den Vorsilben beirren lassen. Hier zählt ihr natürlich nicht die C-Atome, sondern die Anzahl der Reste. Dies ist nur zur Vereinfachung der Anschauung.
Fast geschafft !

Momentan wissen wir was unsere Hauptkette ist und wie unsere Nebenketten heißen, sowie deren Anzahl. Nun müssen wir noch ihre Position bestimmen. Dafür müssen wir unsere C-Atome entlang unserer Hauptkette nummerieren. Und zwar so, dass die Summe der Nummern der Positionen unserer Seitenketten die kleinstmögliche Zahl ergeben.

Würden wir von links nach rechts zählen, hätten wir eine Summe von 12, welches ja größer ist als 9 (wenn wir von rechts gezählt hätten). Darum Nummerieren wir hier von rechts nach links!

Die Nummer wird nun vor jeden Rest davor geschrieben. Bei mehreren gleichen Resten, wie bei uns die Methanreste, werden ebenfalls beide Zahlen davor geschrieben. Allerdings mit einem Komma dazwischen.

Damit erhalten wir ein:

Hier noch eine Zusammenfassung für euch zum selber ausfüllen und üben:

Fragen an einen Apotheker

Der Artikel zum Podcast

Im Sommer absolvierte ich ein freiwilliges Praktikum in der Engel Apotheke in Freiburg.
Nach zwei Wochen blieben noch ein paar Fragen offen, die mir der Apotheker Herr Dr. E. Meyer freundlicher Weise beantworten konnte.

Hier nun das Interview in schriftlicher Form, viel Spaß beim Lesen…

Herr Dr. Meyer, warum sind Sie Apotheker geworden?
In der Schule machten mir Chemie und Bio viel Spaß, ein kommunikativer Mensch bin ich seit jeher. Ich war zum Beispiel viel in der Jugendarbeit tätig. Mein Vater hatte eine Apotheke… da ergibt eines das andere.
Der Traumberuf damals: Photografie. Aber alle rieten mir davon ab, es hatte einfach keine Perspektive.

Herr Meyer freut sich den pharmazeutischen Weg gewählt zu haben.

Was ist das häufigste Anliegen Ihrer Kunden?
Die Engel Apotheke ist eine sehr bunte Apotheke, das heißt es gibt nicht DAS häufigste Anliegen. Die Leute kommen mit ganz unterschiedlichen Dingen, wie ein bunter Blumenstrauß. Spannend ist, dass man nie weiß was einen erwartet, wenn ein Kunde die Apotheke betritt. Der Wunsch kann sehr ausgefallen sein, zum Beispiel Rezepturen oder auch alles was mit dem Thema Schwangerschaft und Stilllzeit zu tun hat, oder einfach eine Packung Traubenzucker.

Was für Dr. Meyer mit das wichtigste ist: Man muss sich schnell auf etwas einstellen. Eventuell werden Fragen und Probleme gestellt, von denen man noch nie zuvor gehört hat. So freut sich Herr Meyer auf jede neue Herausvorderung.

Wie hat sich Ihre Apotheke entwickelt bzw. was hat sich im Laufe der Zeit verändert? 
Rein äußerlich wurde natürlich umgebaut und sich an neue Gegebenheiten angepasst, an die Apotheke 2000. Mein Vater hat damals mit drei Mitarbeitern gearbeitet, heute sind es 15-16 Mitarbeiter. Administrative Aufgaben nehmen heute dabei viel Zeit und Kosten in Kauf.

Krankenkassen waren früher sicherlich ein Partner im Gesundheitswesenwesen, heute sind sie, neben dem Gesetzgeber mit ihren vielen Vorgaben oft ein Stolperstein. Probleme bereiten auch Internet- und Versandapotheken, die den Markt total umgekrempelt haben. Heute ist nur noch ein Arzt in unmittelbarer Nähe ansässig, im Vergleich zu früher waren es damals sechs Ärzte in der Umgebung. Es hat sich also alles von Grund auf geändert. Unsere Aufgabe war und ist es, ein einzigartiges Profil zu entwickeln, was die Leute zu uns bringt.

Er vergleicht die Apotheken mit einem Stuhl, der viele Beine zum Stehen braucht. Bricht ein Teil weg, kippt er. So muss auch die Apotheke viele Beine haben die täglich überwacht und reflektiert werden.

Die Weiterentwickelung ist das A&O und man muss nach den Bedürfnissen von morgen Ausschau halten, um auf dem heutigen Markt zu überleben.

Wie unterschiedet sich Ihre Apotheke von den anderen Apotheken?
Wichtig ist, mit den Kunden und ihren Fragen und Wünschen zusammen zu wachsen. Prävention und Therapiebegleitung trägt das Team der Engel Apotheke im Herzen, das nehmen wir sehr ernst. 
Für diese Bereiche, sowohl Prävention, als auch Therapiebegleitung gibt es viele Schubladen. Nicht nur die Schulmedizin, auch naturheilkundliche, ganzheitliche Optionen. Es wird immer geguckt, wo sich der Patient befindet und wo man ihn abholen kann. 

Netzwerkarbeit ist unerlässlich, also die Zusammenarbeit mit anderen Therapeuten und Fachgruppen. Dem Patienten wollen wir möglichst ganzheitlich begegnen. Dabei sind viele Dienstleistungen sehr aufwändig und für die meisten Apotheken unattraktiv. Teemischungen, Rezepturen, das ist eine große Herausforderung für das ganze Team. Wichtig ist, Herzblut mit einzubringen.

Ein großes DANKE von Dr. Meyer an seine Mitarbeiter! So werden für viele Kunden Lücken gefüllt.

Warum arbeiten Sie mit TCM? (=Traditionell Chinesische Medizin)
Es ist eine spannende Ergänzung zur Schulmedizin, da es eine komplett andere Sichweise auf Krankheit und Gesundheit eröffnet. Diagnose und Therapie folgen total anderen Ansätzen. Wenn man sich mit einem Patienten auf TCM-Weise auseinandersetzt, benötigt man ganz andere Parameter als in der westlichen Medizin. TCM stellt ganz andere Fragen und gibt ganz andere Antworten. Diese Heilkunst ist viele Tausend Jahre jung und entwickelt sich trotzdem noch weiter. Alles Dinge, die die Schulmedizin hier nicht bieten kann. Also eine tolle Ergänzung, die man den Patienten mit auf den Weg geben kann. Zusammen mit der Schulmedizin, demnach kein Ausschluss, da sie parallel angewendet werden können.

Es ist ein Geschenk mit TCM-Therapeuten zusammen zu arbeiten findet Herr Meyer, weil sie ihm immer wieder einen Blick geben, wie er ihn vorher nicht hatte. Der Nachteil ist natürlich, dass man auf Therapeuten angewiesen ist. Selber kann man nicht therapieren. TCM ist etwas Individuelles, für dessen Anwendung es eine langjährige Ausbildung bedarf. 

Manche meinen, CBD Produkte sind im Kommen, was halten Sie davon? Bieten Sie auch CBD Produkte an?CBD spielt eine immer größere Rolle, es kommt immer häufiger die Frage: „Haben sie CBD?“. Bald gibt es immer mehr CBD Produkte. Der Markt wächst rasant. Wohin das führt, wissen wir nicht. Es gibt spannende Hinweise auf pharmakologische Effekte, es wurden schon Studien durchgeführt, meines Wissens zur Behandlung von Epillepsie. Weitere Studien sind sicherlich momentan schon im Gange, da muss man die Ergebnisse abwarten. Problem ist häufig, dass die Finanzierung der Studien schwierig ist. Therapeutisch gibt es viele Möglichkeiten, wo Handlungsbedarf ist, vielleicht, wenn man bei psychischen Beschwerden, Spannungs- und Angstzuständen, krampfartigen Geschichten ansetzt.

Also zwischen Psyche und Physe gibt es wohl viel Platz für CBD. Die Engel Apotheke setzt es gern ein und sie machen gerne Versuche, wobei sie sich über Rückmeldungen freuen. 

Thema „Rund um die Frau“
Sie arbeiten mit der Gynäkologin Frau Dr. Heide Fischer zusammen und stellen die Rezepturen her.
Wie kam es zu dieser Kooperation? 

Apothekenarbeit ist Netzwerkarbeit. An diesem schwierigen Standort sind wir angewiesen auf die Kooperation mit anderen Therapeuten. Wir müssen uns einen Namen machen und einen Ruf schaffen. Mit Phytotherapie, Naturheilkunde haben wir schon viel Erfahrung und einen guten Namen. Frau Fischer kenne ich schon viele Jahre, wir zehren beide von unserem Austausch, wir von ihrem therapeutischen Schatz und sie von unserer technologischen Erfahrung. Die Kunden fragen häufig nach den Produkten.

Fallbeispiel:
Frau Musterfrau, 46 Jahre alt, kommt in die Apotheke und klagt über ein brennendes Gefühl im Intimbereich. Sie beschreibt ihren Ausfluss als leicht bröckelig und fragt nach einer Empfehlung. 

Wie gehen Sie vor?
Die wichtigste Frage, wenn eine Person herein kommt: Stimmt die Diagnose überhaupt? Ist es eine bakterielle Entzündung, ein Pilz, Virus, Herpes…?
Dann sollte weiter nachgefragt werden, z.B. über den Geruch. Ist es geruchsfrei oder hat es eine geruchliche Komponente? Ist es akut oder chronisch? Mögliche Ursachen müssen abgeklärt werden, evtl. wurde ein Antibiotikum eingenommen? Gibt es weitere Baustellen, die vielleicht sogar zusammenhängen?
Nicht nur auf Grund der Informationen, sondern auch um Zeit zu gewinnen für die eigenen Gedanken empfiehlt sich die Frage, was die Patientin schon für therapeutische Erfahrungen gemacht hat, was hat bisher geholfen? Darüber hinaus ist es wichtig zu gucken, was wünscht der Patient überhaupt? 

Last but not least, die Aufgabe der Apotheke ist es Sicherheit und damit ein Zeitfenster zu geben. Den Patienten also zu begleiten, den Weg gemeinsam zu gehen und ihn ggf. zum Arzt zu schicken.

Dr. Egbert Meyer, Apotheker

Danke für das tolle Interview Herr Meyer, es war mir eine Freude. Elena

Und was ist mit Tee?

Habt ihr euch schonmal gefragt was der Unterschied zwischen einem Tee aus dem Supermarkt und einem Tee aus der Apotheke ist? Wirken sie gleich?

Wenn ich eine Erkältung habe, kaufe ich mir einen Tee aus der Apotheke, fertig in Teebeutel abgepackt.

Oder Kamillenblüten zum Inhalieren, welcher ganze Kamillenblüten enthält und in der Apotheke für mich abgefüllt wird.

Viele meiner Freunde haben sich Stilltee aus der Apotheke geholt, dieser wurde extra für sie angefertigt und auf ihre Bedürfnisse abgestimmt.

Das ist schonmal ein Unterschied. In der Apotheke können Teemischungen hergestellt und individuell auf den Kunden abgestimmt werden

Tees, die entweder in der Apotheke für dich mit Liebe angefertigt werden, oder die man aus der Sichtwahl kennt (z.B.: H&S Tee oder Heilbrunner Tee) haben eine Arzneibuchqualität. Die Tees, die wir im Supermarkt finden haben „nur“ Lebensmittelqualität.

Ein Beispiel: Im Supermarkt-Kamillenblütentee befindet sich in der Regel eher Kamillenkraut, anstelle von reinen Kamillenblüten. Das ist im Lebensmittelhandel zulässig, da hier keine arzneiliche Anwendung vorgesehen ist. Zudem schmeckt Kamillenkraut nicht so bitter wie die Kamillenblüten und der Tee soll an sich ja nur schmecken.

Doch der Tee in der Apotheke soll wirken und unterliegt der Arzneibuchqualität. Das bedeutet, da könnt ihr euch sicher sein, dass sich im Kamillenblütentee dann nur Kamillenblüten befinden.

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Alkohol in Arzneimitteln ? (Arzneimittel-Warnhinweisverordnung)

Viele die von euch schon Lösungen herstellen durften, würden jetzt sagen, dass es ja gar nicht schwer ist. Man löst den Stoff im geeignetem Lösungsmittel, manchmal vielleicht etwas erwärmen, die eine Flüssigkeit wird in die andere geschüttet. Je nach dem halt…
Aber was wenn es sich bei einer der Flüssigkeiten um Ethanol handelt ? Mischen ist ja klar, aber muss ich bei der Etikettierung was bestimmtes beachten ? Kurz – Ja !
Hier kommt nämlich die Arzneimittel-Warnhinweisverordnung ins Spiel!

Jeder von uns sollte zumindest ja wissen, dass wir die enthaltende Menge jedes Stoffes auf dem Etikett aufführen müssen.
Nun ist es so das orale Anwendungen, aber auch Mund- und Rachendesinfektionmittel, sowie Injektions- und Infusions-Lösungen einen Warnhinweis enthalten müssen, wenn Alkohol enthalten ist. Dieser Warnhinweis weißt auf die möglichen Gefahren von Alkohol ( Ethanol, Ethylalkohol) hin.
Dies gilt somit nur für Arzneimittel, die zum innerlichen Gebrauch gedacht sind. Arzneimittel zum äußerlichen Gebrauch, wie zum Beispiel ein Dermatika ( = AM, zur Anwendung auf die Haut) benötigen diesen Hinweis nicht.

Habt ihr nun ein alkoholhaltiges Arzneimittel, dann kommt es nicht auf den Gesamtgehalt des Alkohols an, sondern auf den Gehalt an Alkohol pro Einzeldosis. Eine Einzeldosis könnten zum Beispiel 10 Tropfen, ein Esslöffel oder 2,5 ml sein. Das kommt immer auf die Verordnung des Arztes an.

Wie gehe ich vor ?

Ihr habt jetzt tatsächlich eine Rezeptur erhalten die Ethanol enthält. Ihr habt es sogar schon hergestellt ?! Etikett so weit es ging ausgefüllt… Und jetzt ?

Keine Sorge wir machen mal wieder alles step by step !

Aber zuvor ! Wie gesagt ist die gesamte Menge an Alkohol pro Einzeldosis (=ED) entscheidend ! Dazu gibt es auch eine kleine Tabelle, die sagt ab welchem Gehalt was auf dem Etikett stehen muss.

Gehalt/ Wert an Ethanol pro EDWarnhinweisDas muss drauf !
0,05 – 0,5 gIEnthält … Vol.-% Alkohol.
0,5 – 3 gIIWarnhinweis
Dieses Arzneimittel enthält … Vol.-% Alkohol. Bei Beachtung der Dosierungsanleitung werden bei jeder Einnahme bis zu … g Alkohol zugeführt. Ein gesundheitliches Risiko besteht u. a. bei Leberkranken, Alkoholkranken, Epileptikern, Hirngeschädigten, Schwangeren und Kindern. Die Wirkung anderer Arzneimittel kann beeinträchtigt oder verstärkt werden.“
mehr als 3 gIIIWarnhinweis
Dieses Arzneimittel enthält … Vol.-% Alkohol. Bei Beachtung der Dosierungsanleitung werden bei jeder Einnahme bis zu … g Alkohol zugeführt. Vorsicht ist geboten. Dieses Arzneimittel darf nicht angewendet werden bei Leberkranken, Alkoholkranken, Epileptikern, Hirngeschädigten, Schwangeren und Kindern. Die Wirkung anderer Arzneimittel kann beeinträchtigt oder verstärkt werden. Im Straßenverkehr und bei der Bedienung von Maschinen kann das Reaktionsvermögen beeinträchtigt werden.

Hier der Link zur AM-Warnhinweisverordnung (AMWarnV):
https://www.gesetze-im-internet.de/amwarnv/BJNR000220985.html

Soviel dazu !

Wie berechnen wir denn nun den Gehalt an Ethanol in einer Einzeldosis ?
Dazu benötigen wir zwei Dinge !

1. Die Ethanoltabelle, welche im Ph. Eur. zu finden ist. Mit ihr können wir den Ethanolgehalt von %(V/V) in %(m/m) ablesen. Sowie die zugehörige Dichte der jeweiligen Lösung.
Aufgebaut ist die Tabelle so:

Ethanolgehalt %(V/V)Ehtanolgehalt % (m/m)Dichte p20 (kg * m^-3)
0,00,0998,20
0,10,08998,05
0,20,16997,05


2. Die Tropfentabelle, bzw. Tabelle für spezifische Tropfenzahlen. Diese finden wir im DAC – Anlage E . In dieser Tabelle ist aufgeführt, wie viel Gramm einem Tropfen bestimmter Lösungen und Zubereitungen entspricht, und auch hier natürlich umgekehrt anwendbar.
Dies erspart viel Arbeit ! Ansonsten müsst ihr zum Beispiel bei der Dosierform Tropfen, jedesmal an die Analysenwaage und eure Tropfen abwiegen. Natürlich sind nicht alle Rezepturen aufgeführt. Das heißt dann auch wenn euch die Tropfentabelle nicht nützt, trotzdem los an die Waage !

Hier auch nochmal kurz der Aufbau zur Veranschaulichung:

Stoff1 g entspricht etwa Tropfen1 Tropfen entspricht etwa mgFundstelle
Aceton6515Ph. Eur.
Aluminiumacetat-tartrat-Lösung2343DAB
Ameisensäure 25 Prozent2540DAC

Jetzt geht´s ans Eingemachte !

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