Hormone kurz erklärt mit Herrn Apothker und der Phytohexe

Was sind Hormone?

Der Organismus kann die Körperzellen auf zwei verschiedene Arten koordinieren.

Auf der einen Seite steht ihm das Nervensystem, auf der anderen Seite das hormonolle System zur Verfügung.

Das Nervensystem kann Informationen schnell weiterleiten, das kann man sich als Glasfaserleitung vorstellen. Hier wird die Information durch chemische Reaktionen über Leitungen, den Neuotransmittern übertragen.

Das hormonelle (endokrine) System wiederum kann mit einem „drahtlosen“ Kommunikationssystem verglichen werden z.B.: der Übertragung über Radiowellen.

Die Informationen werden hier über chemische Strukturen von Signalsubstanzen an die Körperzelle übertragen. Das hormonelle System bedient sich dabei den Informationsträgern, die man als Hormone bezeichnet, diese sind für eine längere andauernde und globale Steuerung von Zellfunktionen zuständig. Ein zu viel oder zu wenig an Hormonen führt zu Krankheiten.

Sind Horomone der „Chef“ des Körpers?

Hormone wirken sehr vielfältig im Körper, werden durch unterschiedliche Organe gebildet und wirken ebenso an verschiedenen Strukturen und Organen im Körper.

Sowohl Unter- als auch Überproduktionen von Hormonen führen zu vielen Erkrankungen, das den Stellwert des Hormonkreislaufs verdeutlicht.

Der weibliche Zyklus

Dauer: ca 28 Tage

Desquamationsphase (Mestruationsphase) 1.-4. Zyklustag:

  • Regelblutung
  • Abbau der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium)

Proliferationsphase 5.-14.Zyklustag (Follikelphase):

  • Regenerationsphase der Endometrium durch Östrogen
  • Öffnung des Gebärmutterhalses
  • Verflüssigung des Zervixschleims
  • Wachstum des Follikels (Eibläschen) durch das Luteinisierende Hormon
  • LH Peak löst am 14.Tag den Eisprung aus (Ovulation)
  • Keine Befruchtung innerhalb 24 Stunden -> Absterben der Eizelle (LH niedrig)
  • FSH, LH, Östrogen hoch

Lutealphase 15.-28 Zyklustag (Sekretionsphase):

  • Gelbkörper (Corpus luteum) entsteht aus dem Follikel -> Produktion Progesteron
  • Umbau der Gebärmutter sodass sich eine Eizelle einnisten kann
  • Durchblutung der gebärmutterschleimhaut wird verstärkt
  • Gebärmutterhals verengt sich und Zervixschleim wird fester
  • Körpertemperatur Erhöhung um 0,5 Grad
  • Ende der Sekretionsphase Rückbildung des Gelbkörpers und Abfall Progesteron, wenn sich keine befruchtete Eizelle eingenistet hat. Dann erfolgt die Menstruation.

Hormone die beim weiblichen Zyklus eine Rolle spielen

Gestagene:

  • Gelbkörperhormone
  • Im weiblichen Körper Progesteron
  • Wird in den Eierstöcken im sogenannten Gelbkörper produziert
  • Bereitet die Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung der befruchteten Eizelle vor
  • Nach dem Eisprung ist die Progesteron Konzentration hoch
  • Erhöhung der Körpertemperatur um ca. 0,5 Grad
  • Abfall Progesteron -> Mestruationsblutung

Östrogene (=Estrogene)

  • Östradiol
  • Wird in den Eierstöcken und Plazenta sowie Nebenniere gebildet
  • In der Pubertät verantwortlich für die Entwicklung der weiblichen Geschlechtsmerkmale
  • Anregung von FSH, von der Hypophyse gesteuert (Hirnanhangsdrüse->im Vorderlappen)
  • Sorget das Follikel anreift
  • Zervix-Schleim Verflüssiger
  • Erhöhung des HDL

FSH:

  • Follikelstimullierende Hormon
  • Auch Lutropin
  • Ausschüttung von der Hypophyse
  • In der zweiten Hälfte des Menstruationszyklus
  • Zuständig für Follikelreifung

LH

  • Luteinisierende Hormon
  • Leuteotroptin
  • Ausschüttung von der Hypophyse
  • 1 Hälfte des Menstruationszyklus
  • Ovulation (Eisprung) Auslösung am 14. Tag
  • Fördert Entwicklung des Gelbkörpers
  • Unterstützt Östrogenbildung

Und noch ein paar Hormone

NameBildungsortWirkung
ACTH (adrenocorticotropes Hormon, Kortikotropin)Hypophysenvorderlappenregt die Nebennierenrinde zur Ausschüttung von Glukokortikoiden (wie Cortisol) an
ADH, antidiuretische Hormon, PeptidhormonHypophysenhinterlappenfördert die Rückresorption von Wasser in den Nieren und erhöht den Blutdruck
AdrenalinNebennierenmarkerhöht den Blutdruck, fördert den Abbau von Glykogen (Speicherform der Kohlenhydrate) und erhöht damit den Blutzucker (Hyperglykämie)
AldosteronNebennierenrindebremst die Flüssigkeitsausscheidung über die Nieren und erhöht so den Blutdruck
AndrogeneHoden (und Nebennierenrinde)u.a. wichtig für die Entwicklung der männlichen Geschlechtsmerkmale und die Spermienproduktion
GlukagonLangerhans-Inseln in der Bauchspeicheldrüseerhöht den Blutzuckerspiegel
InsulinLangerhans-Inseln in der Bauchspeicheldrüsesenkt den Blutzuckerspiegel
KortisolNebennierenrindeu.a. erhöht es den Blutzucker und Blutdruck, fördert den Abbau von gespeicherten Fetten und Eiweißen, wirkt entzündungshemmend
MelatoninEpiphyse (Zirbeldrüse)steuert den Tag-Nacht-Rhythmus
NoradrenalinNebennierenmarkverengt die Gefäße und erhöht so den Blutdruck, steigert die Herzdurchblutung
Oxytocin  HypophysenhinterlappenKuschel und Bindungshormon
T3 und T4Schilddrüsesteigern die Herzarbeit, die Körpertemperatur, den Abbau von Fetten und Glykogen (Speicherform der Kohlenhydrate), fördern das Wachstum und die Hirnreifung
TSH ThyrotropinHypophysenvorderlappenfördert das Wachstum der Schilddrüse und die Produktion der Schilddrüsenhormone T3 und T4

Wir hoffen, Euch hat dieser Beitrag gefallen.

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Eurer Herr Apotheker und Eure Phytohexe

Der echte Salbei

Botanischer Name: Salvia officinalis

Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)

Blütezeit: Mai bis Juli

Merkmale: 70 cm hoher Halbstrauch, die Blätter sind länglich eiförmig, relativ dick, grünlich, dicht behaart und unterseits weiß filzig beharrt, die Blattspreite ist länglich.                                                               

Die Krone ist bis 35 mm, blauviolett, rosa, oder weißlich.
Der Geschmack ist stark würzig, bitter und adstringierend.

Hauptinhalsstoffe: 2,5% ätherisches Öl (Thujon, 1,8-Cineol und Kampfer), Lamiaceengerbstoffe (u.a. Rosmarinsäure) und Flavonoide.

Wirkung: Krampflösend, schweißhemmend, antibakteriell, antiviral, entzündungshemmend, adstringierend (=zusammenziehend), antioxidativ und schwach blutzuckersenkend.

Indikation: Äußerlich: Antiphlogistikum bei Entzündung Mund und Rachenraum, Fieberbläschen und Gingivitis (Zahnfleischentzündungen).                                                                               

Innerlich: Als Antihydrotikum, bei dyspeptischen Beschwerden wie leichten Magen- und Darmkrämpfen.

Arzneilich verwendete Pflanzenteile: Getrocknete Blätter (Salviae folium oder Salviae trilobae folium),
im Europäischen Arzneibuch: Salbeitinktur (Salviae tinctura),
im DAC: Dalmatinisches Salbeiöl (Salviae officinalis aetheroleum).

Volksmedizin / Homöopathie: Milchsekretionhemmend beim Abstillen, aufgrund östrogenhaltiger Verbindungen. Galaktorrhoe (Milchausfluss ohne Stillzeit / Schwangerschaft)

Kontraindikationen: Überempfindlichkeit, Epileptiker, Asthmatiker (bei ätherischen Ölen), Kleinkinder (Achtung: Kehlkopfkrampf durch ätherisches Öl), Schwangere und Stillende.

Wechselwirkungen: Arzneimittel-Wechselwirkungen sind mit Antiepileptika und Wirkstoffen möglich, welche mit GABA interagieren.

Nebenwirkungen: Bei längerer Anwendung ethanolischer Salbeiextrakte oder des ätherischen Öls und bei Überdosierung können Hitzegefühl, Herzrhythmusstörungen und Krämpfe auftreten aufgrund von Thujon. Höchstens 2 Wochen einnehmen.

Einnahme Tagesdosis: 4 – 6 g Droge; 0,1 bis 0,3 g ätherisches Öl; 2,5 – 7,5 g Tinktur.

Fertigarzneimittel: Cevitt Hals & Rachen Lutschtabletten Salbei, Nosweat® Kapseln, Salbei Curarina® Tropfen, Sweatosan®

Gamma-Aminobuttersäure (GABA) ist ein wichtiger Neurotransmitter im zentralen Nervensystem (ZNS)

Funfact: Echter Absinth enthält Thujon

                Quellen: Wichtel Auflage 4, Pharma-Wiki Stand 3.8.2020, DHU Ausgabe 05.2014, Pta Forum 23.09.2020,  Ommeda.de 05.04.2018, Bild , wikipedia.de Gartenvielfalt.de

IUPAC-Nomenklatur – Alkane

In der organischen Chemie dreht sich gefühlt alles um die richtige Benennung. Wie euch das gelingt, lernt ihr jetzt !

Sprechen wir doch zuerst über International Union of Pure and Applied Chemistry, kurz: IUPAC. Übersetzt ist sie die Internationale Union für reine und angewandte Chemie. Der Sinn dieser Organisation liegt darin, dass sie weltweit eine einheitliche Bezeichnung gleicher Informationen liefert z.B. der Strukturformel. IUPAC sei dank! Das bedeutet nämlich, wenn jeder auf der Welt die Nomenklatur nach IUPAC anwendet, es keine Missverständnisse bezüglich der Benennung von Stoffen geben kann. Und die Regeln nach IUPAC anzuwenden ist auch überhaupt nicht schwer!

Doch alles braucht einen Anfang. Daher beginnen wir auch ganz klassisch mit den Alkanen. Die Organik ist sozusagen die Chemie der Kohlen-Wasserstoff-Verbindungen. Und Alkane sind die einfachste Form dieser Kohlen-Wasserstoff-Verbindungen.

Ein Kohlenstoff Atom kann bis zu 4 Bindungspartner haben. Betrachten wir das einfachste Alkan, das Methan: Das Methan besteht aus einem C-Atom und 4 Wasserstoff-Atomen.

Methan

Jetzt wird unser Molekül um ein C-Atom größer. Die C-Atome ordnen sich in einer Kette aneinander an. Deshalb haben wir auch oft Bezeichnungen von Kohlen-Wasserstoff-Ketten. Nun hat jedes C-Atom 3 Wasserstoffe und 1 Kohlenstoff-Atom als Bindungspartner.

Ethan

Da diese Art der Anordnung für Alkane üblich ist, also immer C-Atom an C-Atom, lässt sich eine allgemeine Summenformel erstellen:  CnH2n+2
n steht in diesem Fall für die Anzahl der C-Atome.

Die Namen der einzelnen Alkane müssen allerdings auswendig gelernt werden:
Methan, Ethan, Propan, Butan, Pentan, Hexan, Heptan, Octan, Nonan, Decan, …..
( immer ein C-Atom mehr –> )

Alkane haben übrigens immer die Endung: -an.

Das Auswendiglernen ist tatsächlich das Schwierigste an der ganzen Sache! Aber dann muss man nur noch zählen können:

Wir machen mal alles an einem Beispiel:

Zuerst müssen wir die Hauptkette bestimmen.

Dazu gibt es zwei Regeln zu beachten:
1. Wir nehmen immer die längste Kette.

Wie ihr vielleicht gemerkt habt, haben wir jetzt 2 (bzw. 3) Möglichkeiten, die längste Kette zu bestimmen. Auf jeden Fall ist es aber ein Hexan!
Hier kommt die zweite Regel ins Spiel!

2. Bei mehreren Möglichkeiten, wird die Kette mit den meisten Verzweigungen/Resten genommen.

In unserem Fall ist es nun die orangene Kette geworden, da wir hier 3 Verzweigungen finden. Bei der rosanen Kette wären es nur 2 Verzweigungen gewesen.

Seitenketten benennen

Die orange eingekreisten Seitenketten müssen nun benannt werden. Auch die Anzahl der verschiedenen Ketten ist entscheidend, da wir hier eine Vorsilbe einsetzten müssen. Es wird alphabetisch geordnet!

Dazu eine kleine Tabelle mit den Bezeichnungen :

Nun müssen wir in jeder Seitenkette die C-Atome zählen. Genau wie bei der Bestimmung der Hauptkette.

Aus der Tabelle können wir entnehmen, dass wir zwei Methan-Reste und einen Ethan-Rest haben.
–> 2 = Di-

Demnach haben wir nun ein Ethyl-Dimethyl-Hexan !

Mono- wird in der Regel weggelassen.
Und nicht bei den Vorsilben beirren lassen. Hier zählt ihr natürlich nicht die C-Atome, sondern die Anzahl der Reste. Dies ist nur zur Vereinfachung der Anschauung.
Fast geschafft !

Momentan wissen wir was unsere Hauptkette ist und wie unsere Nebenketten heißen, sowie deren Anzahl. Nun müssen wir noch ihre Position bestimmen. Dafür müssen wir unsere C-Atome entlang unserer Hauptkette nummerieren. Und zwar so, dass die Summe der Nummern der Positionen unserer Seitenketten die kleinstmögliche Zahl ergeben.

Würden wir von links nach rechts zählen, hätten wir eine Summe von 12, welches ja größer ist als 9 (wenn wir von rechts gezählt hätten). Darum Nummerieren wir hier von rechts nach links!

Die Nummer wird nun vor jeden Rest davor geschrieben. Bei mehreren gleichen Resten, wie bei uns die Methanreste, werden ebenfalls beide Zahlen davor geschrieben. Allerdings mit einem Komma dazwischen.

Damit erhalten wir ein:

Hier noch eine Zusammenfassung für euch zum selber ausfüllen und üben:

Fragen an einen Apotheker

Der Artikel zum Podcast

Im Sommer absolvierte ich ein freiwilliges Praktikum in der Engel Apotheke in Freiburg.
Nach zwei Wochen blieben noch ein paar Fragen offen, die mir der Apotheker Herr Dr. E. Meyer freundlicher Weise beantworten konnte.

Hier nun das Interview in schriftlicher Form, viel Spaß beim Lesen…

Herr Dr. Meyer, warum sind Sie Apotheker geworden?
In der Schule machten mir Chemie und Bio viel Spaß, ein kommunikativer Mensch bin ich seit jeher. Ich war zum Beispiel viel in der Jugendarbeit tätig. Mein Vater hatte eine Apotheke… da ergibt eines das andere.
Der Traumberuf damals: Photografie. Aber alle rieten mir davon ab, es hatte einfach keine Perspektive.

Herr Meyer freut sich den pharmazeutischen Weg gewählt zu haben.

Was ist das häufigste Anliegen Ihrer Kunden?
Die Engel Apotheke ist eine sehr bunte Apotheke, das heißt es gibt nicht DAS häufigste Anliegen. Die Leute kommen mit ganz unterschiedlichen Dingen, wie ein bunter Blumenstrauß. Spannend ist, dass man nie weiß was einen erwartet, wenn ein Kunde die Apotheke betritt. Der Wunsch kann sehr ausgefallen sein, zum Beispiel Rezepturen oder auch alles was mit dem Thema Schwangerschaft und Stilllzeit zu tun hat, oder einfach eine Packung Traubenzucker.

Was für Dr. Meyer mit das wichtigste ist: Man muss sich schnell auf etwas einstellen. Eventuell werden Fragen und Probleme gestellt, von denen man noch nie zuvor gehört hat. So freut sich Herr Meyer auf jede neue Herausvorderung.

Wie hat sich Ihre Apotheke entwickelt bzw. was hat sich im Laufe der Zeit verändert? 
Rein äußerlich wurde natürlich umgebaut und sich an neue Gegebenheiten angepasst, an die Apotheke 2000. Mein Vater hat damals mit drei Mitarbeitern gearbeitet, heute sind es 15-16 Mitarbeiter. Administrative Aufgaben nehmen heute dabei viel Zeit und Kosten in Kauf.

Krankenkassen waren früher sicherlich ein Partner im Gesundheitswesenwesen, heute sind sie, neben dem Gesetzgeber mit ihren vielen Vorgaben oft ein Stolperstein. Probleme bereiten auch Internet- und Versandapotheken, die den Markt total umgekrempelt haben. Heute ist nur noch ein Arzt in unmittelbarer Nähe ansässig, im Vergleich zu früher waren es damals sechs Ärzte in der Umgebung. Es hat sich also alles von Grund auf geändert. Unsere Aufgabe war und ist es, ein einzigartiges Profil zu entwickeln, was die Leute zu uns bringt.

Er vergleicht die Apotheken mit einem Stuhl, der viele Beine zum Stehen braucht. Bricht ein Teil weg, kippt er. So muss auch die Apotheke viele Beine haben die täglich überwacht und reflektiert werden.

Die Weiterentwickelung ist das A&O und man muss nach den Bedürfnissen von morgen Ausschau halten, um auf dem heutigen Markt zu überleben.

Wie unterschiedet sich Ihre Apotheke von den anderen Apotheken?
Wichtig ist, mit den Kunden und ihren Fragen und Wünschen zusammen zu wachsen. Prävention und Therapiebegleitung trägt das Team der Engel Apotheke im Herzen, das nehmen wir sehr ernst. 
Für diese Bereiche, sowohl Prävention, als auch Therapiebegleitung gibt es viele Schubladen. Nicht nur die Schulmedizin, auch naturheilkundliche, ganzheitliche Optionen. Es wird immer geguckt, wo sich der Patient befindet und wo man ihn abholen kann. 

Netzwerkarbeit ist unerlässlich, also die Zusammenarbeit mit anderen Therapeuten und Fachgruppen. Dem Patienten wollen wir möglichst ganzheitlich begegnen. Dabei sind viele Dienstleistungen sehr aufwändig und für die meisten Apotheken unattraktiv. Teemischungen, Rezepturen, das ist eine große Herausforderung für das ganze Team. Wichtig ist, Herzblut mit einzubringen.

Ein großes DANKE von Dr. Meyer an seine Mitarbeiter! So werden für viele Kunden Lücken gefüllt.

Warum arbeiten Sie mit TCM? (=Traditionell Chinesische Medizin)
Es ist eine spannende Ergänzung zur Schulmedizin, da es eine komplett andere Sichweise auf Krankheit und Gesundheit eröffnet. Diagnose und Therapie folgen total anderen Ansätzen. Wenn man sich mit einem Patienten auf TCM-Weise auseinandersetzt, benötigt man ganz andere Parameter als in der westlichen Medizin. TCM stellt ganz andere Fragen und gibt ganz andere Antworten. Diese Heilkunst ist viele Tausend Jahre jung und entwickelt sich trotzdem noch weiter. Alles Dinge, die die Schulmedizin hier nicht bieten kann. Also eine tolle Ergänzung, die man den Patienten mit auf den Weg geben kann. Zusammen mit der Schulmedizin, demnach kein Ausschluss, da sie parallel angewendet werden können.

Es ist ein Geschenk mit TCM-Therapeuten zusammen zu arbeiten findet Herr Meyer, weil sie ihm immer wieder einen Blick geben, wie er ihn vorher nicht hatte. Der Nachteil ist natürlich, dass man auf Therapeuten angewiesen ist. Selber kann man nicht therapieren. TCM ist etwas Individuelles, für dessen Anwendung es eine langjährige Ausbildung bedarf. 

Manche meinen, CBD Produkte sind im Kommen, was halten Sie davon? Bieten Sie auch CBD Produkte an?CBD spielt eine immer größere Rolle, es kommt immer häufiger die Frage: „Haben sie CBD?“. Bald gibt es immer mehr CBD Produkte. Der Markt wächst rasant. Wohin das führt, wissen wir nicht. Es gibt spannende Hinweise auf pharmakologische Effekte, es wurden schon Studien durchgeführt, meines Wissens zur Behandlung von Epillepsie. Weitere Studien sind sicherlich momentan schon im Gange, da muss man die Ergebnisse abwarten. Problem ist häufig, dass die Finanzierung der Studien schwierig ist. Therapeutisch gibt es viele Möglichkeiten, wo Handlungsbedarf ist, vielleicht, wenn man bei psychischen Beschwerden, Spannungs- und Angstzuständen, krampfartigen Geschichten ansetzt.

Also zwischen Psyche und Physe gibt es wohl viel Platz für CBD. Die Engel Apotheke setzt es gern ein und sie machen gerne Versuche, wobei sie sich über Rückmeldungen freuen. 

Thema „Rund um die Frau“
Sie arbeiten mit der Gynäkologin Frau Dr. Heide Fischer zusammen und stellen die Rezepturen her.
Wie kam es zu dieser Kooperation? 

Apothekenarbeit ist Netzwerkarbeit. An diesem schwierigen Standort sind wir angewiesen auf die Kooperation mit anderen Therapeuten. Wir müssen uns einen Namen machen und einen Ruf schaffen. Mit Phytotherapie, Naturheilkunde haben wir schon viel Erfahrung und einen guten Namen. Frau Fischer kenne ich schon viele Jahre, wir zehren beide von unserem Austausch, wir von ihrem therapeutischen Schatz und sie von unserer technologischen Erfahrung. Die Kunden fragen häufig nach den Produkten.

Fallbeispiel:
Frau Musterfrau, 46 Jahre alt, kommt in die Apotheke und klagt über ein brennendes Gefühl im Intimbereich. Sie beschreibt ihren Ausfluss als leicht bröckelig und fragt nach einer Empfehlung. 

Wie gehen Sie vor?
Die wichtigste Frage, wenn eine Person herein kommt: Stimmt die Diagnose überhaupt? Ist es eine bakterielle Entzündung, ein Pilz, Virus, Herpes…?
Dann sollte weiter nachgefragt werden, z.B. über den Geruch. Ist es geruchsfrei oder hat es eine geruchliche Komponente? Ist es akut oder chronisch? Mögliche Ursachen müssen abgeklärt werden, evtl. wurde ein Antibiotikum eingenommen? Gibt es weitere Baustellen, die vielleicht sogar zusammenhängen?
Nicht nur auf Grund der Informationen, sondern auch um Zeit zu gewinnen für die eigenen Gedanken empfiehlt sich die Frage, was die Patientin schon für therapeutische Erfahrungen gemacht hat, was hat bisher geholfen? Darüber hinaus ist es wichtig zu gucken, was wünscht der Patient überhaupt? 

Last but not least, die Aufgabe der Apotheke ist es Sicherheit und damit ein Zeitfenster zu geben. Den Patienten also zu begleiten, den Weg gemeinsam zu gehen und ihn ggf. zum Arzt zu schicken.

Dr. Egbert Meyer, Apotheker

Danke für das tolle Interview Herr Meyer, es war mir eine Freude. Elena

Und was ist mit Tee?

Habt ihr euch schonmal gefragt was der Unterschied zwischen einem Tee aus dem Supermarkt und einem Tee aus der Apotheke ist? Wirken sie gleich?

Wenn ich eine Erkältung habe, kaufe ich mir einen Tee aus der Apotheke, fertig in Teebeutel abgepackt.

Oder Kamillenblüten zum Inhalieren, welcher ganze Kamillenblüten enthält und in der Apotheke für mich abgefüllt wird.

Viele meiner Freunde haben sich Stilltee aus der Apotheke geholt, dieser wurde extra für sie angefertigt und auf ihre Bedürfnisse abgestimmt.

Das ist schonmal ein Unterschied. In der Apotheke können Teemischungen hergestellt und individuell auf den Kunden abgestimmt werden

Tees, die entweder in der Apotheke für dich mit Liebe angefertigt werden, oder die man aus der Sichtwahl kennt (z.B.: H&S Tee oder Heilbrunner Tee) haben eine Arzneibuchqualität. Die Tees, die wir im Supermarkt finden haben „nur“ Lebensmittelqualität.

Ein Beispiel: Im Supermarkt-Kamillenblütentee befindet sich in der Regel eher Kamillenkraut, anstelle von reinen Kamillenblüten. Das ist im Lebensmittelhandel zulässig, da hier keine arzneiliche Anwendung vorgesehen ist. Zudem schmeckt Kamillenkraut nicht so bitter wie die Kamillenblüten und der Tee soll an sich ja nur schmecken.

Doch der Tee in der Apotheke soll wirken und unterliegt der Arzneibuchqualität. Das bedeutet, da könnt ihr euch sicher sein, dass sich im Kamillenblütentee dann nur Kamillenblüten befinden.

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Alkohol in Arzneimitteln ? (Arzneimittel-Warnhinweisverordnung)

Viele die von euch schon Lösungen herstellen durften, würden jetzt sagen, dass es ja gar nicht schwer ist. Man löst den Stoff im geeignetem Lösungsmittel, manchmal vielleicht etwas erwärmen, die eine Flüssigkeit wird in die andere geschüttet. Je nach dem halt…
Aber was wenn es sich bei einer der Flüssigkeiten um Ethanol handelt ? Mischen ist ja klar, aber muss ich bei der Etikettierung was bestimmtes beachten ? Kurz – Ja !
Hier kommt nämlich die Arzneimittel-Warnhinweisverordnung ins Spiel!

Jeder von uns sollte zumindest ja wissen, dass wir die enthaltende Menge jedes Stoffes auf dem Etikett aufführen müssen.
Nun ist es so das orale Anwendungen, aber auch Mund- und Rachendesinfektionmittel, sowie Injektions- und Infusions-Lösungen einen Warnhinweis enthalten müssen, wenn Alkohol enthalten ist. Dieser Warnhinweis weißt auf die möglichen Gefahren von Alkohol ( Ethanol, Ethylalkohol) hin.
Dies gilt somit nur für Arzneimittel, die zum innerlichen Gebrauch gedacht sind. Arzneimittel zum äußerlichen Gebrauch, wie zum Beispiel ein Dermatika ( = AM, zur Anwendung auf die Haut) benötigen diesen Hinweis nicht.

Habt ihr nun ein alkoholhaltiges Arzneimittel, dann kommt es nicht auf den Gesamtgehalt des Alkohols an, sondern auf den Gehalt an Alkohol pro Einzeldosis. Eine Einzeldosis könnten zum Beispiel 10 Tropfen, ein Esslöffel oder 2,5 ml sein. Das kommt immer auf die Verordnung des Arztes an.

Wie gehe ich vor ?

Ihr habt jetzt tatsächlich eine Rezeptur erhalten die Ethanol enthält. Ihr habt es sogar schon hergestellt ?! Etikett so weit es ging ausgefüllt… Und jetzt ?

Keine Sorge wir machen mal wieder alles step by step !

Aber zuvor ! Wie gesagt ist die gesamte Menge an Alkohol pro Einzeldosis (=ED) entscheidend ! Dazu gibt es auch eine kleine Tabelle, die sagt ab welchem Gehalt was auf dem Etikett stehen muss.

Gehalt/ Wert an Ethanol pro EDWarnhinweisDas muss drauf !
0,05 – 0,5 gIEnthält … Vol.-% Alkohol.
0,5 – 3 gIIWarnhinweis
Dieses Arzneimittel enthält … Vol.-% Alkohol. Bei Beachtung der Dosierungsanleitung werden bei jeder Einnahme bis zu … g Alkohol zugeführt. Ein gesundheitliches Risiko besteht u. a. bei Leberkranken, Alkoholkranken, Epileptikern, Hirngeschädigten, Schwangeren und Kindern. Die Wirkung anderer Arzneimittel kann beeinträchtigt oder verstärkt werden.“
mehr als 3 gIIIWarnhinweis
Dieses Arzneimittel enthält … Vol.-% Alkohol. Bei Beachtung der Dosierungsanleitung werden bei jeder Einnahme bis zu … g Alkohol zugeführt. Vorsicht ist geboten. Dieses Arzneimittel darf nicht angewendet werden bei Leberkranken, Alkoholkranken, Epileptikern, Hirngeschädigten, Schwangeren und Kindern. Die Wirkung anderer Arzneimittel kann beeinträchtigt oder verstärkt werden. Im Straßenverkehr und bei der Bedienung von Maschinen kann das Reaktionsvermögen beeinträchtigt werden.

Hier der Link zur AM-Warnhinweisverordnung (AMWarnV):
https://www.gesetze-im-internet.de/amwarnv/BJNR000220985.html

Soviel dazu !

Wie berechnen wir denn nun den Gehalt an Ethanol in einer Einzeldosis ?
Dazu benötigen wir zwei Dinge !

1. Die Ethanoltabelle, welche im Ph. Eur. zu finden ist. Mit ihr können wir den Ethanolgehalt von %(V/V) in %(m/m) ablesen. Sowie die zugehörige Dichte der jeweiligen Lösung.
Aufgebaut ist die Tabelle so:

Ethanolgehalt %(V/V)Ehtanolgehalt % (m/m)Dichte p20 (kg * m^-3)
0,00,0998,20
0,10,08998,05
0,20,16997,05


2. Die Tropfentabelle, bzw. Tabelle für spezifische Tropfenzahlen. Diese finden wir im DAC – Anlage E . In dieser Tabelle ist aufgeführt, wie viel Gramm einem Tropfen bestimmter Lösungen und Zubereitungen entspricht, und auch hier natürlich umgekehrt anwendbar.
Dies erspart viel Arbeit ! Ansonsten müsst ihr zum Beispiel bei der Dosierform Tropfen, jedesmal an die Analysenwaage und eure Tropfen abwiegen. Natürlich sind nicht alle Rezepturen aufgeführt. Das heißt dann auch wenn euch die Tropfentabelle nicht nützt, trotzdem los an die Waage !

Hier auch nochmal kurz der Aufbau zur Veranschaulichung:

Stoff1 g entspricht etwa Tropfen1 Tropfen entspricht etwa mgFundstelle
Aceton6515Ph. Eur.
Aluminiumacetat-tartrat-Lösung2343DAB
Ameisensäure 25 Prozent2540DAC

Jetzt geht´s ans Eingemachte !

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Globally Harmonized System

Globally Harmonized System Classification, Labelling and Packaging of Chemicals, kurz GHS und zu deutsch: Global harmonisiertes System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien.

Es wurde entwickelt um ein einheitliches System weltweit zur Kennzeichnung von Chemikalien zu erhalten.

Es wird zwischen physikalischen Gefahren, Gesundheitsgefahren und Umweltgefahren unterschieden.

Das GHS beinhaltet die Kriterien zur Einstufung und Kennzeichnung von Stoffen und Stoffgemischen in Form eines Textes.

Die sogenannten Hazard Statements (H-Sätze), Precautionary Statements (P-Sätze) und zusätzlichen EUH-Sätze (besondere Gefährdungen). Welche meist uns als 3 stellige Codes auf den Standgefäßen bekannt sind.

H-Sätze

H200: Physikalische Gefahren

H300: Gesundheitsgefahren

H400: Umweltgefahren

P200-Reihe

P200: Prävention

P300: Reaktionen

P400: Aufbewahrung

P500: Entsorgung

Wollt ihr mehr erfahren? Hier:

http://www.gefahrstoffdaten.de/h-saetze

http://www.gefahrstoffdaten.de/p-saetze

So sieht es in unserem Schulgaleniklabor aus – so kann man gleich erkennen welche Schutzausrüstung man benötigt. Dr. von Morgensternschule Lüneburg (vereinfachte Kennzeichnung)

Zur Visualisierung von Gefahren gibt es standardisierte Piktogramme mit diesen erkennt man sofort welche Gefahr von dem Stoff ausgeht.

Achtung: Explosionsgefahr

GHS 01
Explodierende Bombe

Achtung: leicht entzündlich

GHS 02
Flamme                                                    Achtung: leicht entzündlich
GHS 02
Flamme

Achtung: Brandfördernd

GHS 03
Flamme über einem Kreis

Achtung: Komprimierte Gase

GHS 04
Gasflasche

Achtung/Gefahr: Ätzend Kat.: 1

GHS 05
Ätzwirkung

Gefahr: giftig Kat.: 1-3

GHS 06
Totenkopf mit gekreuzten Knochen

Achtung: Giftig. Kat.:4 (Gesundheitsschädlich) Ätzende oder Reizende Wirkung Kat.:2 niedrige Gesundheitsgefährdung

GHS 07
Ausrufezeichen

Gefahr/Achtung GESUNDHEITSGEFÄHRDUNG

GHS 08
Gesundheitsgefahr

Achtung: Umweltgefährdend

GHS 09
Umwelt

Dieses Plakat hängt in meinem alten Labor 🙂 Ok das ist von 2009 und kamen die GHS Symbole erst in Einsatz, denn früher (linke Seite) sah es alles anders aus und es war auch nicht weltweit einheitlich.

Zum Schluss: Ich habe eine wundervolle Seite für euch: https://sicheresarbeitenimlabor.de/fachinformation-responsiv/kapb/gesundheitsgef_zwei.htm

Ehrlich gesagt, besser und schöner könnte ich es gar nicht erklären. Früher in meiner Zeit als Chemikantin habe ich sehr oft die Seite der BG RCI besucht, denn ich finde sie einfach großartig!

Also stöbert gerne rum 😇

Das Thema ist hier nur kurz und knapp angerissen für den Einstieg. Mehr dazu findet ihr unter https://sicheresarbeitenimlabor.de/fachinformation-responsiv/kapb/was_ist_neu.htm

Und bei uns unter : Stoffabgabe in der Apotheke.

Bis bald eure Chiara 🌱

Quellen: Alte Unterlagen aus meiner Chemikantenzeit ,

PTA Schule Dr.von Morgensternschule Lüneburg und BG RCI

Stoffabgabe in der Apotheke

Ein Kunde kommt zu euch in die Apotheke und verlangt nun nach 500 ml Aceton?
Was macht ihr ? Dürft ihr das abgeben?

Bei der Abgabe von solchen Stoffen muss man einiges beachten. Handelt es sich um einen Gefahrenstoff ? Liegt ein Abgabeverbot vor ? Und… und… und…

In diesem Blog-Artikel möchten wir bereden, worauf ihr alles achten müsst und was zu beachten ist !
Wir sprechen dies nach dem Prinzip von CHECK-DO-INFO-DOKU durch !

CHECK

Um zu entscheiden ob wir dem Kunden seinen Wunsch erfüllen können, müssen wir erst Informationen sammeln.

  • Wir müssen Alter unseres Kunden raus finden. Dieser muss mindestens 18 Jahre alt sein.
  • Der Verwendungszweck muss bekannt und nachvollziehbar sein. Wenn ihr das Gefühl habt, der Kunde ist nicht Ehrlich zu euch, reicht das aus um die Abgabe zu verweigern. Wenn ihr euch unsicher seid, spricht gerade als frischgebackene PTAs ruhig einen Approbierten oder auch euren Apothekenleiter unbedingt an ! Sie helfen euch bestimmt gerne weiter.
  • Ihr müsst feststellen, ob die Möglichkeit besteht, dass der abgegebene Stoff illegal weiterverkauft wird.
  • Und natürlich ! Ob ein Abgabeverbot für den gewünschten Stoff vorliegt.
    • Bei Folgendem darf der Stoff nicht abgegeben werden:
      • Kategorie 1 a/b CMR-Stoff ( siehe Gefahrenstoffverordung)
      • Kategorie 1 Grundstoffüberwachungsgesetz (GÜG)
      • sonstige Abgabeverbote ( Chemikalienverbotverordnung)

CMR-Stoffe

Definiert sind Gefahrstoffe als Stoffe oder Gemische, die bei der Herstellung, Verwendung oder Kontakt eine schädliche Wirkung für Mensch und Umwelt darstellen können.
Wenn bestimmte Arzneimittel/Stoffe Auswirkungen oder Folgen beim Menschen zeigen, wird sowas früher oder später bekannt und natürlich auch Dokumentiert. Dies führt dazu, dass wir heute glücklicher Weise Informationen zu vielen Stoffen, so wie auch ihren Gefahren haben. Und dieses Wissen sollten wir einsetzten um Personen vor möglichen Folgen zu bewahren.

Dazu trägt auch die Kennzeichnung von CMR-Stoffen durch Vorschriften der Gefahrenstoffverordnung bei !

CMR ist ein Akronym, und setzt sich folgender maßen zusammen:

  • C = steht für cancerogen, karzinogen = Krebserregend
    Diese Stoffe können oder stehen im Verdacht Krebs auszulösen.
  • M= steht für mutagen = erbgutschädigend, -verändernd
    Mutagene Stoffe regen Mutationen an. Das bedeutet das Erbgut (= DNA/ DNS ) wird Dauerhaft verändert.
  • R = steht für reproduktionstoxisch
    Reproduktionstoxisch bedeutet der Stoff gefährdet die Fortpflanzung. Hier wird nochmal unterschieden zwischen:
    • Re = embryotoxisch = tetratogen = fruschtschädigend
      Hier wird der Embryo geschädigt. Es kommt hier Beispielhaft zu Fehlbildungen.
    • Rf = fortpflanzungsgefährlich
      Das bedeutet es kann zur Beeinträchtigung der Fortpflanzungsfähigheit (Fruchtbarkeit) bei Mann und Frau kommen. Somit sind die Eizellen und Spermien betroffen !

Wird einem Stoff, eine der oben genannten Gefahren zugeordnet , wird noch einmal in drei Kategorien eingeteilt.

  • Kat. 1a :
    Der Stoff ist nachgewiesenermaßen krebserregend/erbgutschädigend/reproduktionstoxisch.
    Die Studienlage ist hier ganz klar ! Diese Stoffe dürfen nicht abgegeben werden! Es besteht ein absolutes Abggabeverbot !
  • Kat. 1b :
    Hier bestehen genügend Gründe, dass der Stoff wahrscheinlich krebserregend/ erbgutschädigend/reproduktionstoxisch ist. Dieser Verdacht wurde hier noch nicht ganz bestätigt. Für diese Stoffe gilt ebenfalls ein absolutes Abgabeverbot.
  • Kat. 2:
    Bei diesen Stoffen besteht Anlass zur Besorgnis, dass der Stoff krebserrregend/erbgutschädigend/reproduktiontoxisch ist. Zu diesem Anlass kommt durch beobachtete Einzellfälle im Zusammenhand mit dem Stoff. Hier ist die Studienlage also nicht klar !

Grundstoffüberwachungsgesetzt (GÜG)

GÜG hat die Aufgabe der Überwachung des Verkehrs mit Grundstoffen, die für die unerlaubte Drogenherstellung verwendet werden. Ergo möchte dieses Gesetzt verhindern, dass illegal Betäubungsmittel zum Missbrauch hergestellt werden. Grundsätzlich gilt hier, dass bei Verdacht auf illegale Drogenherstellung eine Abgabe verboten ist und eine Meldung an das Bundeskriminalamt oder Polizei erfolgen sollte !
Daher unterliegen Stoffe, die es betrifft strengen Abgabevorschriften.

Diese Stoffe werden ebenfalls in drei Kategorien eingeteilt:

Kategorie 1:
Zu Kat. 1 gehören Stoffe, die direkt als Ausgangstoffe für Drogen verwendet werden können. Handelt es sich um solch eine Substanz, ist die Abgabe in der Regel nicht erlaubt ! Ausnahmen werden gemacht, wenn ein Erlaubnisschein der Bundesopiumstelle (BOPST (gehört zu BfArM) ) vor liegt. Nur in diesem Fall darf eine Abgabe erfolgen.
Allerdings wenn eine Apotheke diesen Stoff beim Großhandel bestellt, benötigt sie keinen Erlaubnisschein.
Kommt es zur Abgabe eines solchen Stoffes, muss unbedingt Dokumentiert werden ( auf die Dokumentation gehen wir später näher ein). Es muss eine Endverbrauchserklärung, kurz EVE, ausgefüllt werden !

Kategorie 2:
Stoffe, die zur Derivatisierung (=Umwandlung) von Ausgangsstoffen für eine Drogenherstellung gebraucht werden, werden dieser Kategorie zugeordnet. Hier ist eine Abgabe in bestimmten Mengen erlaubt. Auch hier muss in der EVE dokumentiert werden !

Kategorie 3:
Für Kategorie ist die Abgabe in der Regel erlaubt. Natürlich nur wenn kein Grund zu Misstrauen besteht !
Stoffe dieser Kategorie sind Substanzen, die für die Reaktion der Drogen-Gewinnung nötig sind. Diese können zum Beispiel Lösemittel, pH-Korrigenzien oder Katalysatoren sein.
Hier ist keine spezielle Dokumentation nötig.

Kategorie123
BeispielLysergsäure (für LSD)
Morphin (für Heroin)
Ephedrin ( Für Amphetamin oder Metamphetamin)
Kaliumpermanganat
Essigsäureanhydrid
Anthranilsäure
Konzentrierte Schefelsäure,
Salzsäure, Aceton
Abgabenicht erlaubtin bestimmten Mengen erlaubterlaubt
Dokumentation
(EVE) notwendig ?
JaJaNein
kleine Übersicht

Chemikalienverbotsverordnung (ChemVerbotsV)

Die ChemVerbotsV regelt über Verbote und Beschränkungen die Inverkehrbringung bestimmter Stoffe, Gemische und Erzeugnisse.

Bei Stoffen mit folgenden Piktogrammen gelten besondere Anforderungen bzw. Abgabebeschränkungen:

Für GHS02, GHS03 und GHS08 gilt dies allerdings nur in Verbindung mit bestimmten H-Sätzen (=Gefahrenhinweisen).

GHS08 darf in Kombination mit folgenden H-Sätzen nicht abgegeben werden:
H340; H350; H350i; H360; H360F; H360D; H360FD; H360Fd; H360Df; H370 oder H372

Das heißt Stoffe mit den H-Sätzen H340, H350; H360, H370 & H372 ( und eventl. Buchstaben) dürfen nicht abgegeben werden. Sie gehören übrigens zu den CMR-Stoffen der Kat. 1A und 1B.

Diese Gefahrenstoffe dürfen nicht in die Freiwahl !

Ausnahmen sind Klebstoffe, Experimentier-Kästen, Heizöl, Diesel,etc. ( Für die Apotheke eher nicht relevant.)

Die Chemikalienverbotsverordnung liefert uns Antworten auf folgende Fragen:

Wer ist darf Gefahrenstoffe in der Apotheke abgeben ?
Abgabeberechtigte von Gefahrstoffen werden in §11 der ChemVerbotsV bestimmt.
Gefahrenstoffe dürfen nur durch Sachkundiges Personal abgegeben werden. Diese Sachkunde besitzen Apotheker und PTA durch ihre Ausbildung. Seid kurzem sind allerdings neuste Regelungen zu beachten. Nach ihnen muss die Sachkunde alle 6 Jahre erneuert werden.
Zudem muss der Abzugebende mindestens 18 Jahre alt sein und zudem zuverlässig sein ( dies wird mit Hilfe des Polizeilichem Führungszeugnisses geprüft)

An wen dürfen Gefahrenstoffe abgeben werden ?
Auch der Kunde muss in diesem Fall mindestens 18 Jahre alt sein um als Empfangsberechtigter zu gelten. Der Verwendungszweck muss bekannt und erlaubt sein. Zudem dürfen keine Hinweise auf unerlaubten Weiterverkauf vorliegen.

Wie erfolgt die Unterweisung des Kunden ?
Der Kunde muss selbstverständlich informiert werden. Dies Erfolgt im Rahmen einer mündlichen Unterweisung. Die Inhalte einer solchen Unterweisung sind:

  • Vorsichtsmaßnahmen
  • Lagerung
  • Gefahrenhinweise
  • Entsorgung
  • Erste-Hilfe-Maßnahmen

Für GHS06 und GHS08 gelten weitere Bestimmungen. Hier muss eine schriftliche Gebrauchsanweisung mitgegeben werden. Zudem wird auch dokumentiert – Das heißt Ausweis kopieren und Eintrag in Empfangs- und Abgabebuch !

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Gewebe – der Verband der Zellen

Teil 1

Cytologie oder Zytologie ist die Lehre der Zellen. Das ist glaube ich allen bewusst. Histologie aber ist die Lehre vom Gewebe. In der Histologie geht es um den Aufbau und Funktionen verschiedener Gewebe.

Doch was ist ein Gewebe eigentlich ? – Definiert wird Gewebe als ein Verband gleichartiger Zellen. Alle Zellen besitzen eine annähernd gleiche Struktur und haben die gleiche/n Funktion/en.

Eine Zelle in Mitten eines solchen Gewebes, die sich aber von den umliegenden Zellen unterscheidet, nennt man Idioblast (idios= eigen, blaste =Keim).

Gewebesysteme sind eine Funktionseinheit, die aus verschiedenen Geweben besteht und bestimmte Teilaufgaben der Organe durchführt. Da ihre Aufgabenstellung oft ähnlich ist, werden sie oft fälschlicherweise auch den Organen oder Geweben zugeordnet. z.B. Leitbündel.

Organe hingegen sind eigentlich abgegrenzte Teile der Pflanze, die eine größere Funktion im Leben der Pflanze erfüllen. Das wären zum Beispiel Wuzel, Stengel, Blatt und Blüte.

Klassifizierung pflanzlicher Gewebe nach Funktion

Wir können Gewebe in Bildungs- & Dauergwebe einteilen. Die Zellen des Bildungsgewebes kann man als embryonale Zellen bezeichnen. Sie sind noch teilunsaktiv, plasmareich und in ihrer Form isodiametrisch ( allen Raumrichtungen annährend).
Dagegen haben die Zellen des Dauergewebes ihre Teilungsaktivität verloren. Sie sind ausgewachsen und ausdifferenziert. Das bedeutet sie erfüllen nun eine bestimmte Aufgabe. In ihrer Form sind sie sehr vielfältig. Die Formen gehen von isodiametrisch bis prosenchymatisch (fasernartig).

Hierzu eine kleine Übersicht:

Bildungsgewebe Dauergewebe
Kennzeichen/Eigenschaften
der Zelle
– teilungsaktiv
– plasmareich
– isodiametrisch
–> embryonal
– teilungsinaktiv
– ausgewachsen
– ausdifferenziert
d.h. erfüllt i. d. R. eine bestimmte Aufgabe
– formenvielfältig
von isodiametrisch bis prosenchymatisch
( ~fasernartig)

Der Mund der Pflanze

Hallo ihr Lieben !

Heute wollen wir uns die Spaltöffnungen von Pflanzen anschauen- in der Botanik ein wichtiges Erkennungsmerkmal um Pflanzen unter dem Mikroskop zu unterscheiden.

Spaltöffnungen nennt man auch Stomata (Einzahl:Stoma) – dies kommt aus dem griechischen und bedeutet: Mund oder Öffnung.

Und genauso können wir uns auch das vorstellen, wie ein Mund der auf und zu macht.

Wozu braucht die Pflanze Spaltöffnungen?

Die „Haut“ der Pflanze, die sogenannte Epidermis ist mit einer Cutinhaut überzogen, welche wasserabweisend und undurchlässig für Gase und Wasserdampf ist.

Die Cuticula, dient sogesehen als Schutz. Damit die Pflanze aber „atmen“ kann benötigt sie die Stomatas.

Die Stomatas regulieren den Gasaustausch und die Wasserdampfabgabe in der Pflanze und sitzen in der Epidermis, meist auf der Blattunterseite.

Sie nehmen beim Öffnen der Spaltöffnung Kohlendioxid auf – welches sie zur Photosynthese benötigten und geben Sauerstoff und Wasserdampf ab.

Nun passiert etwas unglaubliches, wenn die Pflanze ihre Spaltöffnung öffnet und Wasserdampf darüber in die Umwelt gelangt und erzeugen somit einen Transpirationszog, der dafür sorgt, dass Wasser entgegen der Schwerkraft von den Wurzeln zu den Blättern transportiert werden kann. Damit kann die Pflanze auch ihre Temperatur regeln.

Anders ist es bei Wassermangel in der Pflanze, dann schließen sie ihre Stomatas, somit kann kein Wasserdampf in die Umwelt gelangen.

In Abhängigkeit von Licht, Temperaturen, Wassermanmgel und Kohlendioxidgehalt im Interzellularraum öffnen oder schließen sich die Spaltöffnungen.

Wie sieht so eine Spaltöffnung aus?

Spaltöffnungen haben zwei bohnenförmige Schließzellen, die einen Spalt, den Zentralspalt bilden. Die Schließzellen sind von Nebenzellen umgeben und diese sind von Epidermiszellen umgeben.

Für uns sind 4 verschiedene Spaltöffnungstypen wichtig:

Anisocytisch: Die Schließzellen sind von 3 – 5 Nebenzellen umgeben, eine ist wesentlich kleiner als die anderen. Beispiel: Belladonna

Anisocytisch

Anomocytisch: Die Nebenzellen unterscheiden sich nicht von den übrigen Epidermiszellen, die Anzahl der Nebenzellen ist unterschiedlich. Beispiel: Fingerhutblätter

Anomocytisch

Paracytisch: Die Schließzellen sind von zwei Nebenzellen umgeben, deren gemeinsame Zellwand in der Achse des Zentralspalt liegt. Beispiel: Sennesblätter

Paracytisch

Diacytisch: Die Schließzellen sind von zwei Nebenzellen umgeben, deren Zellwand quer zum Zentralspalt liegt. Zum Beispiel: Pfefferminzblätter

Diacytisch

Eine tolle Seite wo ihr die Bestimmungsmerkmale der Pflanzlichen Drogen anschauen könnt.

https://www.yumpu.com/de/document/read/10478590/mikroskopischer-farbatlas-pflanzlicher-drogen

Viel Spaß beim durchstöbern 🙂

Eure Chiara