Antibiotika

Geschichte

Als Entdecker des Antibiotikums Penicillin, das aus einem Schimmelpilz gewonnen wird, gilt Alexander Fleming. Er suchte nach einem Heilmittel für die verwundeten Soldaten des
1. Weltkrieges. Allerdings konnte das Penicillin erst 1942 am Menschen eingesetzt werden, denn es war zunächst schwierig den Wirkstoff zu isolieren und in ausreichender Menge herzustellen.
Heute kennen wir viele weitere Antibiotika-Gruppen für die unterschiedlichsten Krankheiten, die von Bakterien verursacht werden. Doch der Einsatz wird auch kritisiert, da Antibiotika leider noch zu häufig verordnet werden, nicht nur beim Menschen. Das kann zu resistenten Erregern führen und vermindert die Heilungschancen. Folglich ist der richtige Umgang mit Antibiotika und deren Handhabung sehr wichtig.

Foto von Anna Shvents von Pexels
Einsatz: Zur Bekämpfung pathogener (=krankmachender) Bakterien.

 

Einteilung nach Art der Wirkung

Bakterizid
= Tötet Bakterien ab
Antibiotika, die bakterizid wirken beeinflussen die Bildung der Zellwand oder die Permeabilität der Zellmembran.

→ So entstehen Löcher in der Zellwand der Bakterien. Daraufhin platzen sie und sterben ab.

Bsp.: Penicillin

Bakteriostatisch
= Hemmen die Vermehrung der Bakterien, töten sie aber nicht ab.
(Greifen in die Proteinbiosynthese ein.)

Voraussetzung für den Einsatz der bakteriostatisch wirksamen Antibiotika ist ein intaktes Immunsystem, da der Körper selbst den Erre-ger bekämpfen muss.

Bsp.: Doxycyclin

Einteilung nach dem Umfang der Wirksamkeit

Schmalspektrum-Antibiotika
=
wirken nur gegen wenige grampositive ODER gramnegative Bakte-rien-Arten.

Bsp.: Penicillin wirkt nur gegen grampositive Bakterien.
Das hat folglich den Nachteil, dass der Errger vor der Therapie erst ermittelt werden muss.

Breitband-Antibiotika
=
wirken sowohl gegen grampositive, gramnegative, als auch gegen zellwandlose Bakterien-Arten.

Bsp.: Doxycyclin wirkt bakteriostatisch gegen die eben genannten Bakterien-Arten. Das hat folglich den Nachteil, dass ggf. auch nütz-liche Bakterien des Darms in Mitleidenschaft gezogen werden kön-nen. Zudem besteht bei den Breitbandantibiotika eine erhöhte Ge-fahr der Resistenzbildung.

Wann es nichts nützt: Bei Erkrankungen, die durch Viren ausgelöst werden.

Mittel der Wahl bei Schwangerschaft oder Stillzeit:
Penicilline, Cephalosporine, Makrolide

Allgemeine UAW/Interaktionen durch Antibiotika:
– Gefahr der Resistenzbildung.
– Beeinträchtigung der Darmflora→ antibiotikaassoziierte Kolitis/ Diarrhoe.
– Bei Frauen manchmal Scheidenpilz.
– Manche Antibiotikagruppen können die Wirksamkeit hormoneller Kontrazeptiver (z.B. die Pille) herabsetzen.

Wie werden Antibiotika eingenommen?
Unterschiedlich, je nach Präparat und Verordnung des Arztes, abgestimmt auf den Patienten und die Infektion. Wichtig ist allerdings, dass der Einnahmeabstand genau eingehalten wird.

1 x täglich = alle 24 Stunden (z.B. Jeden Morgen um 8 Uhr)
2 x täglich = alle 12 Stunden (z.B. Jeden Morgen um 8 Uhr und abends um 20 Uhr)
3 x täglich = alle 8 Stunden (z.B. Jeden Morgen um 6 Uhr, mittags um 14 Uhr, abends um 22 Uhr)

Beratungshinweise:

  • „Nehmen Sie das Antibiotikum/die Tablette/Kapsel mit einem großen Glas Wasser ein, vor/zu/nach/mit Abstand zu einer Mahlzeit ein.“
  • „Die Wirksamkeit der Pille kann durch die Antibiotikaeinahme herabgesetzt sein. Bei Geschlechtsverkehr sollte also zusätzlich mit einer Barrieremethode, bzw. einem Kondom verhütet werden.“
  • „Es ist ratsam schon neben der Antibiotika Therapie die Darmflora zu unterstützen, spätestens nach der Therapie. Dafür eignen sich Darmbakterien/Probiotika/Präbiotika, wie in diesem FAM.“

Quellen:
URL: https://www.welt.de/politik/deutschland/article133728804/Deutschlands-Aerzte-verschreiben-zu-oft-Antibiotika.html (Stand 29.05.2021)
URL: https://www.amboss.com/de/wissen/Antibiotika_-_%C3%9Cbersicht (Stand 29.05.2021)
URL: https://www.chemie-schule.de/KnowHow/Antibiotika (Stand 30.05.2021)
URL: https://www.thieme.de/viostatics/dokumente/vio-2/final/de/dokumente/klinik/uebersicht-antibiotika.pdf (Stand 30.05.2021)
Literatur:
Mutschler Arzneimittelwirkungen. Lehrbuch der Pharmakologie, der klinischen Pharmakologie und Toxikologie. 10. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart. Ernst Mutschler, Frankfurt/Main. Gerd Geisslinger, Frankfurt/Main. Heyo K. Kroemer, Göttingen. Sabine Menzel, Bad Soden. Peter Ruth, Tübingen.
Unterrichtsmitschriften von Elena Schmidt und Sabine Neun

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